Der Versuch eines Fotoshootings

Es ist Donnerstag. Für heute habe ich vor, Kontakt zur indischen Skaterszene aufzunehmen. Meine Mission ist es heute, Fotos mit lokalen Skatern und unserem neuen Shirt zu machen. Nach ein bisschen Recherche finde ich die ersten Anlaufstellen. Der Skateplatz “The Cave” in der indischen Megacity Bangalore ist einer der ersten seiner Art. Die Jungs und Mädels vom Holystoked Collective, einer lokalen Skatergruppe, haben den Platz selber entworfen und betoniert.

Tote Hose im Skatepark

Heute werde ich den Skatepark einfach mal besuchen. Ich weiß nicht ob jemand da sein wird, ich habe mich bei niemandem angemeldet. Und auch sonst habe ich keinen Plan was mich erwartet. Ich packe meine Kamera und einen Prototypen vom Shirt in meinen Rucksack. Mit einer gemieteten Honda kämpfe ich mich durch den Verkehr einer Stadt mit über 8 Millionen Einwohnern. Die 16 Kilometer lange Strecke führt mich über volle und laute Hauptstraßen, aber auch über einen breiten Highway, mit extrem gutem Verkehrsfluss. Kurz bevor mein Tank alle geht komme ich an.

     

Als ich ankomme ist niemand am Skatepark zu finden. Na super… Erst einmal betrete ich das Gelände. Der Park sieht eigentlich ziemlich cool aus. Trotz eines gewissen DIY Charakters, wirken die Quarters und vor allem die Flats echt gut gelungen. Schade nur, dass ich niemanden antreffe. Plötzlich aber entpuppt sich ein kleines Bungalow, dass ich für eine Abstellkammer gehalten habe, als etwas Bewohnbares.

Im Bungalow

Ich rufe einfach mal “Hello” in das nicht verglaste Fenster rein. Beim zweiten Mal rufen öffnet mir ein verschlafener Typ. Ich erfahre, dass sein Name Mukesh ist. Er ist genau wie ich 20 Jahre alt und kommt eigentlich aus Chennai. Er ist vor ein paar Monaten zum Skaten zu “The Cave” gekommen. Momentan arbeitet er 2 Mal die Woche für eine Stunde als Skatelehrer für Holystoked. Dies ist zurzeit seine einzige Verpflichtung. Geld für Essen bekommt er von Holystoked und in dem Bungalow auf dem Skatepark wohnt er mietfrei. Dementsprechend ist er sehr entspannt drauf und zündet sich nach 5 Minuten den ersten Joint an. Das ist reale Skatboardingkultur. Wir unterhalten uns eine Zeit lang und ich hole einen Donut für uns beide. Er freut sich sehr über den Donut. Ich spreche mit ihm über meine Idee, dass ich Bilder mit Skatern aus Bangalore und unserem Shirt machen will. Er sagt, ich solle am Wochenende kommen, da sei alles voll mit Skatern. Heute habe ich zwar keine Fotos bekommen, aber dafür hatte ich einen netten Nachmittag. Ich fahre die 16 Kilometer zurück.

Es klappt wieder nicht

Meine nächsten Versuche ein Fotoshooting im Skatepark zu machen schlagen auch erst mal fehl: Erst wird meine Honda abgeschleppt und ich erreiche The Cave erst um 18 Uhr im Dunkeln. Beim Zweiten Mal werde ich während der Fahrt von einem Monsunregen erwischt. Der Skatepark ist nass und logischerweise skatet niemand. Dafür lerne ich diesmal ein paar mehr Leute kennen, die alle in Mukeshs Bungalow abhängen. Die Leute sind super drauf und wir verstehen uns. Einer von ihnen bringt indisches Kingfisher Bier mit und wir haben einen super Abend zusammen.

Das erste Fotoshooting überhaupt für das neue Shirt

Am nächsten Tag soll es endlich klappen mit meinen Fotos. Aus verschiedensten Gründen verpäte ich mich und die restliche Zeit mit Tageslicht wird knapp. Es gelingen ein paar Shots mit unserem T-Shirt, mit denen ich zufrieden bin. Zufrieden bin ich nicht nur wegen der Bilder, sondern auch, weil ich mit Holystoked einen guten Partner für eventuelle Zusammenarbeit in der Zukunft gefunden haben könnte.

Das war der Artikel über das absolut erste Fotoshooting mit dem “Modell 417”. Alle Bilder aus diesem Beitrag sind nicht mit unserem Shirt. Wie das aussieht, muss leider noch für kurze Zeit geheim bleiben.

Hier noch ein Gruppenfoto mit den Leuten vom Park.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.